Mit der Verrechnungssteuerreform will der Bundesrat den Fremdkapitalmarkt Schweiz stärken und Schweizer Konzerne (sowie ausländische Konzerne mit wichtigen Aktivitäten in der Schweiz) veranlassen, ihre Obligationen möglichst hier zu emittieren. Ausserdem soll die Verrechnungssteuerreform die Konzerne dazu veranlassen, ihre ausländischen Finanzierungsstrukturen weitestgehend abzubauen und die entsprechenden Tätigkeiten neu in der Schweiz auszuüben. Gemäss dem Finanzdepartement weist die Verrechnungssteuerreform ein «äusserst vorteilhaftes Kosten-Nutzen-Verhältnis» auf. Vorsichtshalber beziffert das Finanzdepartement die Kosten der Reform dennoch auf 200 Mio. Franken. Vom Bund in Auftrag gegebene Studien versprechen nicht nur Vorteile für den Wirtschaftsstandort, sondern auch substanzielle Mehreinnahmen für den Schweizer Fiskus. Auch profitieren Bund, Kantone und Gemeinden aufgrund der Reform von tieferen Fremdkapitalzinsen im Umfang von bis zu 200 Mio. Franken pro Jahr (Untersuchung der Eidgenössischen Steuerverwaltung).

Die Verrechnungssteuerreform beschränkt sich auf den Bereich der Fremdkapitalzinsen. Die Verrechnungssteuer auf Dividenden (Eigenkapital), welche zu mehr als 98 Prozent für die hohen Verrechnungssteuereinnahmen verantwortlich ist, bleibt von der Reform unberührt.

Kernanliegen von SwissHoldings

Aufgrund der bisher von der OECD vorgestellten Pläne lauten unsere aktuellen Anliegen wie folgt:

1.    Beschränkung auf eine massvolle Umverteilung zu den Marktstaaten mittels «Betrag A», d.h. die Einnahmen der Gewinnsteuer sollen weitestgehend am Ort der Wertschöpfung verbleiben;

2.    Keine Benachteiligung klassischer Industriekonzerne gegenüber den Digitalkonzernen, d.h. beide sollen insgesamt ähnlich hohe Gewinne in den Marktstaaten versteuern müssen;

3.    Schaffung eines raschen, verlässlichen und von der Steuerverwaltung des Hauptsitzes geleiteten Verfahrens zur verbindlichen Festlegung und Aufteilung des «Betrag A». Schaffung verbindlicher und klarer Vorgaben zur Streitbeilegung;

4.    Berechtigte Anliegen der Unternehmen in den Bereichen Umsetzbarkeit, Regulierungs- und Umsetzungskosten sind zu berücksichtigen – kein Bürokratiemonster;

5.    Arbeit zur Standardisierung der Höhe des «Betrag B» (bisherige Entschädigung für den Markstaat) ist weiterzuführen. Vereinheitlichung muss sämtlichen Unternehmen offenstehen;

6.    Möglichst wenige Abweichungen der GloBE-Steuerbasis vom massgebenden Rechnungslegungsstandard (z.B. deferred tax accounting). Keine verkappte Steuererhöhung durch Anpassung der Steuerbasis;

7.    Der Mindeststeuersatz gemäss Säule 2 darf 15 Prozent auf keinen Fall übersteigen. Für Forschungsaktivitäten ist endlich ein wirksamer Carve-out vorzusehen;

8.    Säule 2 ist als Maximalstandard auszugestalten – höhere Mindeststeuersätze oder strengere sonstige Vorgaben dürfen Staaten nicht vorsehen.

Downloads:

  • Faktenblatt zum OECD/G20-Projekt zur “Besteuerung der digitalisierten Wirtschaft”, Stand 14. September 2021 [pdf]
  • Update vom 2. April 2020 zum OECD/G20-Projekt zur «Besteuerung der digitalisierten Wirtschaft» [pdf]

Weiterführende Dokumente
6. September 2021
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14. Dezember 2020
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10. Dezember 2019
OECD/G20-Projekt zur «Besteuerung der digitalisierten Wirtschaft» – neuste Entwicklungen und Anliegen von SwissHoldings


2. Dezember 2019
Public Consultation on the Global Anti-Base Erosion Proposal (“GloBE”) under Pillar Two Joint comments by economiesuisse and SwissHoldings


12. November 2019
Public Consultation on the Secretariat Proposal for a “Unified Approach” under Pillar One – Joint comments by economiesuisse and SwissHoldings


7. November 2019
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