Die Europäische Union (EU) ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner der Schweiz. Mit Exporten in der Höhe von CHF 163 Milliarden gingen 2019 mehr als 50% aller Waren und Dienstleistungen, die die Schweiz exportierte an EU-Mitgliedstaaten. Auch in entgegengesetzter Richtung ist die EU von grosser Bedeutung, denn 60% aller Schweizer Importe kommen aus den Mitgliedstaaten. So sind auch die SwissHoldings Mitgliedsunternehmen stark mit der EU verknüpft. Ende 2018 betrugen die Direktinvestitionen der Mitgliedsfirmen in der EU CHF 541 Milliarden. Dies sind 36% aller Direktinvestitionen von SwissHoldings Mitgliedsfirmen im Ausland.

Entsprechend wichtig ist das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU für die Schweizer Wirtschaft. Die Schweiz verfolgt dabei einen bilateralen Weg. Ausgehend vom 1972 abgeschlossenen Freihandelsabkommen hat die Schweiz mit dem Staatenverbund ein dichtes und sich ständig weiterentwickelndes Netzwerk von Abkommen geknüpft. Besonders bedeutsam sind die Vertragspakete Bilateralen I und II, welche den Vertragsparteien sektoriell einen diskriminierungsfreien Zugang zum jeweilig anderen Markt gewähren und die enge Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zwischen der Schweiz und der EU begründen. Die Weiterentwicklung des Abkommensnetzes hat die EU allerdings an eine Klärung des institutionellen Rahmens geknüpft. Dazu haben die beiden Parteien ein institutionelles Abkommen (InstA) verhandelt. Der Bundesrat hat 2019 zum Text des Abkommens eine breite Konsultation durchgeführt und im Anschluss entschieden, weitere Klärungen vorzunehmen.

Kernanliegen von SwissHoldings:

  • Für die Wirtschaft ist der Zugang zum EU-Binnenmarkt von zentraler Bedingung. Entsprechend ist der bilaterale Weg weiterzuführen, damit die vertragliche Basis dieser engen Wirtschaftsbeziehungen gesichert werden kann.
  • Aus Sicht des Verbandes soll der anstehende Klärungsprozess zügig und mit gutem Willen vorangetrieben werden. SwissHoldings setzt sich weiterhin für eine Fortsetzung des für beide Seiten erfolgreichen bilateralen Weges ein. Darüber hinaus ist wichtig, dass die Schweizer Verhandlungsführung auf realistischen Zielsetzungen basiert und nicht die Maximalforderungen einzelner Akteure übernimmt. Es ist aber auch zwingend, dass die Vorgehensweise in der Bevölkerung abgestützt ist, denn jegliche Vereinbarung wird ein Referendum bestehen müssen.

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