In der letzten Sessionswoche ist die neue Ausgabe unseres Infoblatts zur Konzernverantwortung für die Frühjahrssession erschienen. Gemeinsam mit economiesuisse ordnen wir in dieser Publikation die aktuellen regulatorischen Entwicklungen im Bereich der Nachhaltigkeit in Bern und Brüssel ein und zeigen auf, wo die neue Konzernverantwortungsinitiative deutlich über die jüngst verschlankten EU-Vorgaben hinausgeht. Unser Anliegen ist es, die öffentliche Diskussion in dieser wichtigen Frage faktenbasiert zu begleiten und so zu einer ausgewogenen Debatte beizutragen.
Schwerpunkte der aktuellen Ausgabe:
Nachhaltigkeitsregulierung: Die EU baut ab, die neue Konzernverantwortungsinitiative (KOVI 2.0) will ausbauen
Wir zeigen, wie die EU ihre Nachhaltigkeitsvorgaben in den letzten Monaten umfassend entschlackt und stärker an die wirtschaftliche Realität angepasst hat. Obwohl die KOVI 2.0 vorgibt, lediglich den EU-Standard zu übernehmen, geht die Initiative in entscheidenden Punkten weit über die neuen EU-Vorgaben hinaus. Dies gilt insbesondere bei der Haftung, der Reichweite der Sorgfaltspflichten und der Aufsicht.
Sorgfaltsprüfung als strategischer Prozess
Von der Risikoanalyse bis zur Abhilfe: Unternehmen steuern ihre Lieferketten risikobasiert und orientieren sich dabei an international anerkannten Standards. Das Infoblatt stellt dar, wie Firmen ihre Prozesse für die risikobasierte Sorgfaltsprüfung ausgestalten. Dabei wird aufgezeigt, welche konkreten Schritte sie unternehmen, um Risiken im Bereich Menschenrechte und Umwelt zu erkennen, Massnahmen zur Prävention oder Minderung umzusetzen sowie deren Wirksamkeit zu überwachen.
Umfrage zeigt starkes Engagement der Unternehmen
Eine gemeinsame Umfrage von SwissHoldings und economiesuisse zeigt, dass rund zwei Drittel der befragten Unternehmen ihre internen Nachhaltigkeitsressourcen in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut haben. Nachhaltigkeit ist heute strategisch fest verankert und wird häufig auf Ebene CEO oder CFO verantwortet. Die Ergebnisse unterstreichen zudem, dass Nachhaltigkeit kein isoliertes Thema mehr ist, sondern eine unternehmensweite Aufgabe, die weit über die klassische ESG-Berichterstattung hinausgeht.
Aus der Praxis: Sorgfaltsprüfung der Lieferkette bei der Beschaffung von Metallen und Mineralien bei Glencore
Globale Lieferketten für Metalle und Mineralien sind komplex und umfassen häufig zahlreiche Lieferanten in Ländern mit unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Unternehmen begegnen dieser Herausforderung mit einer risikobasierten Sorgfaltsprüfung entlang internationaler Leitlinien wie den OECD-Empfehlungen. Risiken werden durch Recherchen, Fragebögen, Bewertungen vor Ort und externe Audits identifiziert und anhand internationaler Indizes bewertet. Werden Probleme festgestellt, versuchen Unternehmen zunächst gemeinsam mit Lieferanten Verbesserungsmassnahmen mit klaren Zielen und Fristen umzusetzen. Erst wenn diese nicht greifen, wird die Zusammenarbeit beendet.
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