Der Liberalismus, der lange Zeit den internationalen Handel und die schweizerische Wirtschaftspolitik geprägt hat, gerät unter Druck. Ein Blick auf die jüngsten Entwicklungen in den USA zeigt dies deutlich. Zwischen wachsender Staatsgläubigkeit, politischer Polarisierung und Globalisierungskritik verlieren marktwirtschaftliche Argumente an Zugkraft. Die einst selbstverständliche Allianz zwischen Wirtschaft und bürgerlicher Politik ist nicht mehr gleich tragfähig. An der diesjährigen Generalversammlung von SwissHoldings wurden die politischen Verschiebungen analysiert und diskutiert, wie Liberalismus in Zukunft gelebt werden könnte. Dabei wird klar, dass liberale Wirtschaftspolitik erneuert, breit verankert und aktiv gegen innen- wie aussenpolitischen Druck verteidigt werden muss.
Offene Märkte, unternehmerische Freiheit und ein schlanker Staat bildeten das Fundament einer Politik, die Wachstum und Wohlstand förderte. Doch dieses Erfolgsmodell wird zunehmend hinterfragt. Die Rückkehr staatlicher Eingriffe, nationale Abschottungstendenzen sowie eine wachsende Skepsis gegenüber Freihandel und Deregulierung machen deutlich: Der Wirtschaftsliberalismus steht in der Schweiz, aber auch international auf dem Prüfstand.
Für einen starken Standort braucht es wirtschaftsliberale Mehrheiten
Multinationale Unternehmen spüren die aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Verwerfungen deutlich. Im Ausland sind sie zunehmend mit politischer Instabilität, schwer berechenbarer Dynamik und hoher regulatorischer Komplexität konfrontiert. In der Schweiz profitieren sie zwar nach wie vor von der Stabilität und Verlässlichkeit des politischen Systems, doch auch hierzulande geraten wirtschaftsliberale Argumente und gute Rahmenbedingungen zunehmend unter Druck. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Standortfaktoren zu pflegen und gezielt weiterzuentwickeln. Gleichzeitig gilt es, angesichts des zunehmenden internationalen Drucks, dort Reformen anzupacken, wo die Schweiz selbst handeln kann. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass auch in Zukunft politische Mehrheiten für eine liberale Wirtschaftspolitik gesichert werden können.
Eine liberale Zukunft
Vor diesem Hintergrund wurde an der Generalversammlung diskutiert, was Wirtschaft und Politik gemeinsam leisten müssen, um die liberale Wirtschaftspolitik wieder zu stärken. Bundesrat Guy Parmelin erläuterte in seinem Inputreferat, was das Schweizer Modell so erfolgreich macht und wie es weitergeführt werden kann. Ergänzend dazu gab Sebastian Ramspeck, internationaler Korrespondent beim SRF und Moderator von #SRFglobal, einen Überblick über die aktuelle Weltunordung und ordnete diese ein. In der anschliessenden Podiumsdiskussion vertieften Prof. Dr. Silja Häusermann, Universität Zürich, Prof. Dr. Andreas Bohrer, Lonza Group AG, und Ständerat Thierry Burkart, FDP Schweiz, das Thema und kamen zum Schluss, dass die liberale Wirtschaftspolitik vor neuen Herausforderungen steht. Es sei aber von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung, diese zum Wohle der Schweiz und ihrer Bevölkerung zu meistern. Dazu gilt es, an einem Strang zu ziehen.

Auf dem Podium wurde das Thema aus verschiedenen Perspektiven diskutiert.
Nach dem inhaltlichen Teil fand bei der diesjährigen Generalversammlung ein Wechsel im Präsidium statt. Dr. Annette Luther, die unseren Verband während der letzten beiden Jahre präsidiert hat, übergibt das Amt an Prof. Dr. Andreas Bohrer. Wir bedanken uns herzlichst bei Dr. Annette Luther für die geleistete Arbeit und wünschen Prof. Dr. Andreas Bohrer viel Erfolg im neuen Amt.

Dr. Annette Luther übergibt Prof. Dr. Andreas Bohrer die Präsidentschaft von SwissHoldings.
Dr. Gabriel Rumo, Direktor von SwissHoldings, schliesst die Veranstaltung mit der Aussage, dass «gerade in einem sich wandelnden Umfeld unser Verband dazu beitragen kann, das Erfolgsmodell der Schweiz verständlich zu vermitteln und die liberale Wirtschaftspolitik zukunftsfähig zu machen.»
Für Auskünfte:
Julia Besnier | Leiterin Kommunikation und Public Affairs
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